Foto: Denkfabrik R21

Klimaneutral bis 2045? Vergesst es!

Deutschlands Selbstverpflichtung auf Klimaneutralität bis 2045 ist ein sicherer Weg in die Deindustrialisierung, schreibt Kristina Schröder in ihrer aktuellen Kolumne in der „Welt“. Die Politik müsse den Mut aufbringen, dies endlich offen auszusprechen.

Vor dem CDU-Bundesparteitag kursierte kurzzeitig ein Antrag, das deutsche Klimaziel auf 90 Prozent Emissionsminderung zu reduzieren und eine Erreichung bis 2050 statt 2045 anzustreben. Doch schon nach wenigen Tagen war die Initiative vom Tisch. Schröder bedauert das: In der Bevölkerung sickere immer mehr die Erkenntnis durch, „dass eine 100-prozentige CO₂-Reduktion bis 2045, wie sie sich Deutschland vorgenommen hat, nur zum Preis der Deindustrialisierung zu haben sein wird.“ Denn Deutschland habe mit Kernenergie, Fracking und CCS zentrale Technologieoptionen politisch ausgeschlossen, die helfen könnten, CO₂-Reduktion mit Wirtschaftswachstum zu versöhnen. Unter diesen Bedingungen würden die Kosten für die letzten Prozente Zielerreichung ins Unermessliche steigen.

„Wir sprechen hier sicher nicht nur über Kosten monetärer Art“, gibt die stellvertretende R21-Leiterin zu bedenken. „Es bedürfte auch brachialer Freiheitseinschränkungen, um dieses radikale Ziel zu erreichen.“ Andere Ziele staatlichen Handelns würden ebenfalls auf der Strecke bleiben: „Wohlstand etwa, an dem Gesundheitsversorgung, Bildung und wahrscheinlich auch die Akzeptanz demokratischer Werte eines Landes hängen.“ Die EU habe Klimaschutz in den letzten Jahren jeglicher Abwägung enthoben – nun schwinde dafür die Akzeptanz in der Bevölkerung. Politiker sollten offen aussprechen, was den Menschen ohnehin längst klar ist.

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  • Kristina Schröder

    Kristina Schröder ist stellvertretende Leiterin der Denkfabrik R21 und arbeitet als selbständige Unternehmensberaterin, Publizistin und Kolumnistin bei der Tageszeitung WELT. Von 2002 bis 2017 war die Christdemokratin Mitglied des Deutschen Bundestages. Neben ihrem Mandat schrieb sie ihre Dissertation bei dem Mainzer Politikwissenschaftler Jürgen W. Falter zum Unterschied zwischen Gleichheit und Gerechtigkeit. Von 2009 bis 2013 war sie Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Danke, emanzipiert sind wir selber. Abschied vom Diktat der Rollenbilder“ lautete der Titel ihrer 2012 erschienenen Streitschrift, in der sie für eine Politik der Wahlfreiheit und des Respekt des Staates gegenüber privaten Lebensentwürfen von Frauen und Familien plädiert. Im September 2021 veröffentlichte Kristina Schröder die Essaysammlung "FreiSinnig. Politische Notizen zur Lage der Zukunft". Schröder engagiert sich ehrenamtlich in der schulischen Elternarbeit und als Botschafterin der Initiative Neue soziale Marktwirtschaft.

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Kristina Schröder

Kristina Schröder ist stellvertretende Leiterin der Denkfabrik R21 und arbeitet als selbständige Unternehmensberaterin, Publizistin und Kolumnistin bei der Tageszeitung WELT. Von 2002 bis 2017 war die Christdemokratin Mitglied des Deutschen Bundestages. Neben ihrem Mandat schrieb sie ihre Dissertation bei dem Mainzer Politikwissenschaftler Jürgen W. Falter zum Unterschied zwischen Gleichheit und Gerechtigkeit. Von 2009 bis 2013 war sie Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. „Danke, emanzipiert sind wir selber. Abschied vom Diktat der Rollenbilder“ lautete der Titel ihrer 2012 erschienenen Streitschrift, in der sie für eine Politik der Wahlfreiheit und des Respekt des Staates gegenüber privaten Lebensentwürfen von Frauen und Familien plädiert. Im September 2021 veröffentlichte Kristina Schröder die Essaysammlung "FreiSinnig. Politische Notizen zur Lage der Zukunft". Schröder engagiert sich ehrenamtlich in der schulischen Elternarbeit und als Botschafterin der Initiative Neue soziale Marktwirtschaft.

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