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Rote Linien statt Brandmauern: Zehn Bedingungen bürgerlicher Politik

1) Keine Nähe zum Putin-Regime – Unterstützung der Ukraine

Die Ukraine ist Opfer eines russischen Angriffskrieges und ihre Unterstützung Teil westlicher Selbstbehauptung. Die veränderte Sicherheitslage Deutschlands darf nicht aus ideologischen Gründen ignoriert oder kleingeredet werden.

2) Westbindung und NATO-Mitgliedschaft

Deutschlands Platz im Bündnis der westlichen Demokratien steht nie zur Debatte. Nur das westliche Bündnis garantiert Freiheit und Sicherheit.

3) Europäische Integration Deutschlands

Deutschland muss immer eine konstruktive Rolle in einem friedlichen und kooperativen Europa einnehmen.

4) Existenzrecht des Staates Israel und Schutz jüdischen Lebens in Deutschland

Die besondere Verantwortung für Juden, ganz besonders in Deutschland und Israel, ist unverhandelbar.

5) Tragfähige Reformen der sozialen Sicherungssysteme

Illusorische populistische Versprechungen zulasten aller sind keine Grundlage für Gespräche.

6) Verpflichtung auf Marktwirtschaft und Eigentumsordnung – nachhaltige Reformen der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands

Deutschland verdankt Wohlstand und Wachstum der marktwirtschaftlichen Ordnung. Diese steht nicht zur Debatte, sondern muss durch eine konsequente Reformpolitik reaktiviert werden, um Deutschland wieder wettbewerbsfähig zu machen und für die Zukunft zu rüsten.

7) Steuerung und Begrenzung von Migration, Möglichkeit der Einbürgerung integrierter Zuwanderer

Asylmigration und Einwanderung folgen grundlegend unterschiedlichen Logiken. Asylmigration muss dringend, verlässlich und wirksam auf die wirklich Verfolgten konzentriert werden und darf nicht camouflierte Einwanderung sein. Ausreisepflichtige Migranten müssen konsequent rückgeführt werden.

Zugleich ist Deutschland als alternde Gesellschaft in der Mitte Europas auf legale und geordnete Migration nach unseren Regeln angewiesen. Bürgerliche Politik will, dass Menschen, die auf diesem Wege nach Deutschland kommen, sich hier integrieren und Erfolg haben. Das ist die bürgerliche Vorstellung einer offenen Gesellschaft mit klaren Grenzen.

8) Eine Leitkultur, die für alle gilt

Die offene Gesellschaft ist nicht beliebig. Ihre kulturellen Grundlagen und die Werteordnung des Grundgesetzes – individuelle Freiheit und Pluralismus, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung, Rechtsstaatlichkeit und eine vitale Öffentlichkeit, gegenseitiger Respekt und Toleranz – sind als Leitkultur für alle unverhandelbar.

9) Verantwortung für die deutsche Vergangenheit, insbesondere die beiden deutschen Diktaturen im 20. Jahrhundert

NS-Staat und SED-Diktatur waren deutsche Verbrechen im 20. Jahrhundert. Ihre Relativierung ist mit bürgerlicher Politik unvereinbar.

10) Bekämpfung jeder Art von Extremismus.

Extremisten jeder Art – links, rechts, religiös oder ganz anders – müssen aktiv bekämpft werden. Wer bei manchen wohlwollend ein Auge zudrückt, kann kein Gesprächspartner bürgerlicher Politik sein.

Das Diskussionspapier finden Sie auch hier zum Download als PDF-Datei.

Author

  • Andreas Rödder

    Andreas Rödder ist Leiter der Denkfabrik R21 und Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er war Fellow am Historischen Kolleg in München sowie Gastprofessor an der Brandeis University bei Boston, Mass., und an der London School of Economics. Rödder hat sechs Monographien publiziert, darunter „21.0. Eine kurze Geschichte der Gegenwart“ (2015) und „Wer hat Angst vor Deutschland? Geschichte eines europäischen Problems“ (2018), sowie die politische Streitschrift „Konservativ 21.0. Eine Agenda für Deutschland“ (2019). Andreas Rödder nimmt als Talkshowgast, Interviewpartner und Autor regelmäßig in nationalen und internationalen Medien zu gesellschaftlichen und politischen Fragen Stellung; er ist Mitglied im Vorstand der Konrad-Adenauer-Stiftung und Präsident der Stresemann-Gesellschaft.

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Andreas Rödder

Andreas Rödder ist Leiter der Denkfabrik R21 und Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er war Fellow am Historischen Kolleg in München sowie Gastprofessor an der Brandeis University bei Boston, Mass., und an der London School of Economics. Rödder hat sechs Monographien publiziert, darunter „21.0. Eine kurze Geschichte der Gegenwart“ (2015) und „Wer hat Angst vor Deutschland? Geschichte eines europäischen Problems“ (2018), sowie die politische Streitschrift „Konservativ 21.0. Eine Agenda für Deutschland“ (2019). Andreas Rödder nimmt als Talkshowgast, Interviewpartner und Autor regelmäßig in nationalen und internationalen Medien zu gesellschaftlichen und politischen Fragen Stellung; er ist Mitglied im Vorstand der Konrad-Adenauer-Stiftung und Präsident der Stresemann-Gesellschaft.

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