„Wenn die eine Seite immer recht hat und die andere nur vorgeführt wird, ist es kein Drama mehr. Dann ist es Propaganda.“ Das sagt der Dramaturg und Autor Bernd Stegemann in der neuen Folge von „Frei heraus“. Er kritisiert einen Kulturbetrieb, der politische Ambivalenz zunehmend durch moralische Eindeutigkeit ersetzt habe.
Im Gespräch mit R21-Geschäftsführer Steffen Dähne erklärt Stegemann, warum für ihn der Satz „den Rechten keine Bühne bieten“ einen grundlegenden Irrtum des Theaters beschreibt – und weshalb er stattdessen einmal „freien Eintritt für AfDler“ forderte. Die Ausgrenzung Andersdenkender habe nicht nur Kunst und Debattenkultur geschwächt, sondern auch zur politischen Verhärtung beigetragen.
Hat der linke Kulturbetrieb damit selbst einen Anteil am Aufstieg der AfD? Und wie kann das Theater wieder zu einem Ort werden, an dem echte Widersprüche ausgehalten werden? Darüber sprechen Stegemann und Dähne in der neuen Folge von „Frei heraus“.
Anlass des Gesprächs ist Stegemanns neues Buch „Meine deutschen Dämonen. Eine persönliche Kritik der Erinnerungskultur“, erschienen bei Matthes & Seitz Berlin.
Im R21-Podcast „Frei heraus“ erwarten Sie regelmäßig spannende Gespräche mit Gästen, die Klartext reden – mit Substanz und Mut zur eigenen Meinung. Nicht woke, aber hellwach. Anhören können Sie „Frei heraus“ hier und überall, wo es Podcasts gibt.
Author
-
Alle Beiträge ansehenBernd Stegemann ist Professor für Dramaturgie und Kultursoziologie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin.





