Foto: Denkfabrik R21

R21-Klimapodcast: Reform des Emissionshandels

In dieser Folge spricht Nils Hesse mit David Bothe von Frontier Economics über die „Plan B“-Studie und die Zukunft des europäischen Emissionshandels. Die Studie entwickelt einen reziproken Mechanismus, der den Emissionspfad des EU-ETS I an eine Referenzgruppe wie die G20 koppelt. Auf diesem Ansatz baut die R21-Studie „Reciprocal Update for the EU-ETS I“ auf.

Im Gespräch werden beide Vorschläge nebeneinandergelegt und weitergedacht: Im Zentrum stehen grundlegende Designfragen: Wie sollte eine geeignete Referenzgruppe definiert werden – nach Emissionsanteil, Wettbewerbsintensität oder Klimaschutzambition? In welchen Abständen sollten Haltepunkte im Emissionspfad vorgesehen werden? Wie lässt sich ein Anpassungskorridor („+X“) so definieren, dass er die Industrie schützt und zugleich realistisch erreichbar ist? Und sollte ein solcher Mechanismus nur bremsen – oder auch beschleunigen können, wenn andere Staaten schneller vorankommen?

Darüber hinaus geht es um das Zusammenspiel mit bestehenden Instrumenten der europäischen Klimapolitik: Welche Rolle können Freizertifikate in einem reziproken System noch spielen? Wird der CO₂-Grenzausgleich (CBAM) langfristig ergänzt oder perspektivisch ersetzt? Und wie lassen sich internationale Mechanismen wie Artikel 6 des Pariser Abkommens sinnvoll integrieren?

Die Folge skizziert damit eine mögliche nächste Entwicklungsstufe des Emissionshandels – und eröffnet die Perspektive eines reziproken Klimaclubs, in dem sich Staaten wechselseitig zu ambitionierter Klimapolitik verpflichten. Damit wird deutlich, dass die aktuelle Reformdebatte um den Emissionshandel eine Chance ist, mit dem Instrument eine Flucht nach vorne anzutreten, um die europäische Industrie und das Klima gleichzeitig zu schützen.

 

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  • Nils Hesse

    Nils Hesse berät und unterstützt die Denkfabrik R21 in Fragen der Ordnungspolitik und der Weiterentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft. Er hat Abschlüsse in VWL, BWL, Social Science und Politikwissenschaften und an der Uni Freiburg / Abteilung für Wirtschaftspolitik promoviert. Nils Hesse hat unter anderem als Redenschreiber im Bundeswirtschaftsministerium, Referent beim BDI, Wirtschaftspolitischer Grundsatzreferent im Kanzleramt, Journalist, Economic Analyst bei der EU-Kommission, Lehrbeauftragter und Fraktionsreferent der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gearbeitet. Derzeit arbeitet er an einer Habilitationsschrift zum Thema „Ordoliberalismus und Populismus“.

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Nils Hesse

Nils Hesse berät und unterstützt die Denkfabrik R21 in Fragen der Ordnungspolitik und der Weiterentwicklung der Sozialen Marktwirtschaft. Er hat Abschlüsse in VWL, BWL, Social Science und Politikwissenschaften und an der Uni Freiburg / Abteilung für Wirtschaftspolitik promoviert. Nils Hesse hat unter anderem als Redenschreiber im Bundeswirtschaftsministerium, Referent beim BDI, Wirtschaftspolitischer Grundsatzreferent im Kanzleramt, Journalist, Economic Analyst bei der EU-Kommission, Lehrbeauftragter und Fraktionsreferent der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gearbeitet. Derzeit arbeitet er an einer Habilitationsschrift zum Thema „Ordoliberalismus und Populismus“.

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