Wie gelingt es einer aufstrebenden Mittelmacht, wirtschaftliche Transformation, gesellschaftliche Modernisierung und geopolitische Stabilität gleichzeitig voranzutreiben?
Im Rahmen der Serie „Mittelmächte ohne Weltordnung“ geht der R21-Beiratsvorsitzende und Managing Partner von Berlin Global Advisors, Martin Wiesmann, in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung dieser Frage am Beispiel Saudi-Arabiens nach.
Das Königreich steht exemplarisch für die Herausforderungen vieler Mittelmächte. Mit der Vision 2030 verfolgt Saudi-Arabien ambitionierte Ziele: die Diversifizierung seiner Wirtschaft, die Verringerung der Abhängigkeit vom Öl und den Aufbau einer eigenständigeren Rolle in der internationalen Ordnung.
Doch der Krieg mit Iran verdeutlicht die Grenzen dieser Strategie. Regionale Allianzen geraten unter Druck, Investitionen werden zurückgestellt – und in zentralen Sicherheitsfragen bleibt Saudi-Arabien weiterhin auf die USA angewiesen.
Der Beitrag zeigt: Gesellschaftlich, aber insbesondere wirtschaftlich hat das Königreich bemerkenswerte Fortschritte erzielt. Politisch ist der Anspruch, als stabilisierende Regionalmacht den Nahen Osten zu prägen, bislang jedoch nur begrenzt eingelöst.
Saudi-Arabien steht damit stellvertretend für eine der zentralen geopolitischen Fragen unserer Zeit: Wie können Mittelmächte ihre strategische Autonomie stärken, ohne dabei neue oder sogar noch größere Abhängigkeiten von den Großmächten USA und China entstehen zu lassen?
Die lesenswerte Analyse der Chancen, Grenzen und Widersprüche der saudischen Transformation finden Sie hier.
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Martin Wiesmann ist Mit-Gründer und sitzt dem Beirat von R21 vor. 2022 initiierte er gemeinsam mit Professor Weimann den unabhängigen Expertenrat Klima und Energie von R21. Nach politik- und betriebswissenschaftlichen Studien in Bonn, Paris und Pittsburgh war er 30 Jahre in der Finanzindustrie tätig, zuletzt als Vice Chairman Investment Banking Europe, Middle East and Africa von J.P. Morgan. Seit 2020 war er u. a. Senior Associate Fellow der Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) für Geoökonomie und arbeitet heute als Managing Partner der Beratungsgesellschaft für internationale Government Affairs und Geopolitik, Berlin Global Advisors. Wiesmann ist Aufsichtsrat der LEG Immobilien SE, Düsseldorf, sowie u. a. Mitglied der Atlantik-Brücke und Alumnus der Baden-Badener Unternehmer Gespräche. Zudem ist er in den Kuratorien des Literaturhauses, des Städelmuseums und der Schirn in Frankfurt sowie der Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt aktiv.
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