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Westliche Hybris und neuer Imperialismus – Vom Mauerfall zum neuen Ost-West-Konflikt

Die Gewissheiten der Nachkriegszeit und die Hoffnungen der Jahre nach 1989 sind ins Wanken geraten. Die Vorstellung einer sich unaufhaltsam ausbreitenden liberalen Weltordnung hat sich als trügerisch erwiesen. An ihre Stelle treten neue Machtzentren, verschärfte geopolitische Rivalitäten und die Rückkehr eines Denkens in Einflusssphären, das viele bereits überwunden glaubten.

Im Gespräch mit Peter Samuel Jost untersucht Andreas Rödder die Ursachen dieser Entwicklung und richtet den Blick auf eine grundlegende Fehlannahme westlicher Politik: die Überzeugung, die eigenen politischen und gesellschaftlichen Ordnungsvorstellungen besäßen universelle Geltung und ließen sich weltweit dauerhaft verankern. Aus dem vermeintlichen „Ende der Geschichte“ ist eine Epoche wachsender Unsicherheit geworden, in der Staaten ihre Interessen wieder offensiv vertreten und die internationale Ordnung neu austariert wird.

Rödder beleuchtet die Spannungen zwischen universalistischem Anspruch und politischer Wirklichkeit, zwischen normativer Selbstgewissheit und den Grenzen westlicher Gestaltungsmacht. Dabei geht es nicht um eine Absage an die Idee des Westens, sondern um die Frage, wie Freiheit, Souveränität und internationale Kooperation unter veränderten globalen Bedingungen neu zu bestimmen sind.

Das Interview lädt dazu ein, die Gegenwart jenseits eingespielter Gewissheiten zu betrachten – und über die Zukunft des Westens in einer Welt nachzudenken, die nicht länger von einem Zentrum aus geordnet wird.

Author

  • Andreas Rödder

    Andreas Rödder ist Leiter der Denkfabrik R21 und Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er war Fellow am Historischen Kolleg in München sowie Gastprofessor an der Brandeis University bei Boston, Mass., und an der London School of Economics. Rödder hat sechs Monographien publiziert, darunter „21.0. Eine kurze Geschichte der Gegenwart“ (2015) und „Wer hat Angst vor Deutschland? Geschichte eines europäischen Problems“ (2018), sowie die politische Streitschrift „Konservativ 21.0. Eine Agenda für Deutschland“ (2019). Andreas Rödder nimmt als Talkshowgast, Interviewpartner und Autor regelmäßig in nationalen und internationalen Medien zu gesellschaftlichen und politischen Fragen Stellung; er ist Mitglied im Vorstand der Konrad-Adenauer-Stiftung und Präsident der Stresemann-Gesellschaft.

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Andreas Rödder

Andreas Rödder ist Leiter der Denkfabrik R21 und Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er war Fellow am Historischen Kolleg in München sowie Gastprofessor an der Brandeis University bei Boston, Mass., und an der London School of Economics. Rödder hat sechs Monographien publiziert, darunter „21.0. Eine kurze Geschichte der Gegenwart“ (2015) und „Wer hat Angst vor Deutschland? Geschichte eines europäischen Problems“ (2018), sowie die politische Streitschrift „Konservativ 21.0. Eine Agenda für Deutschland“ (2019). Andreas Rödder nimmt als Talkshowgast, Interviewpartner und Autor regelmäßig in nationalen und internationalen Medien zu gesellschaftlichen und politischen Fragen Stellung; er ist Mitglied im Vorstand der Konrad-Adenauer-Stiftung und Präsident der Stresemann-Gesellschaft.

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